SRI LANKA: DIFFERENT THAN EXPECTED

Sri Lanka, dieses Reiseziel stand tatsächlich vor rund drei Jahren schon einmal ganz oben auf unserer Bucketlist. Dann kam im März 2020 plötzlich alles anders und mit einem Klick war der Flug gecancelt und allein der Gedanke ans Verreisen kam über Monate hinweg nicht einmal ansatzweise auf. Nach Hawaii im Oktober 2022 – was noch viel schöner war, als wir es je zu träumen gewagt hätten – stand Sri Lanka mit einem Mal wieder in unserer engeren Auswahl. Dass das Land nach der Pandemie von einer schweren Wirtschaftskrise heimgesucht wurde, war uns zu diesem Zeitpunkt zwar bewusst, hielt uns aber nicht von unserem Plan ab. Im Gegenteil: Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für Sri Lanka wurden längst abgemildert. Und plötzlich war auch dieses Kribbeln wieder da. Die Lust, unbekannte Orte zu erkunden, inspirierenden Menschen zu begegnen und einzutauchen in eine schlichtweg fremde einzigartige Welt. Denn genau das macht für uns das Reisen aus. Jede Reise bringt auch immer eine besondere Erfahrung mit sich. Grob gesagt, man lernt etwas fürs Leben. Wieso dieses Abenteuer nicht so war wie erwartet, dazu gleich mehr. Zurück auf Anfang …

TRAVEL ESSENTIALS
Donnerstag, 19. Oktober 2023 || Frankfurt am Main. Auf geht’s mit Qatar Airways über Doha nach Colombo, Sri Lanka. Zwei Flüge à jeweils ca. 5-6 Stunden über Nacht – could be worse! Passkontrolle, Einreisestempel, Baggage Claim: check! Übrigens: Wer in den Inselstaat Sri Lanka einreisen möchte, benötigt ein Visum, kurz ETA (Electronic Travel Authority). Es ist in wenigen Minuten online im Voraus beantragt, kostet etwa 48 € pro Person und ist für 30 Tage gültig. Wenn das mit unserer DJI Mini auch so unkompliziert gewesen wäre … puh! Kurzum: Die Drohnengesetze auf Sri Lanka sind eine Klasse für sich und der bürokratische Aufwand ist enorm. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern braucht man für Sri Lanka nicht nur eine Permission, sondern ein ganzes Paket an Genehmigungen wie u.a. die Sicherheitsfreigabe vom Verteidigungsministerium (Ministry of Defence) plus eine Registrierung bei der Luftfahrtbehörde (Civil Aviation Authority of Sri Lanka/CAASL). René kann dir bei Interesse die einzelnen Details gerne genauer erläutern. Im Nachhinein müssen wir jedoch ziemlich schmunzeln, denn drei Mal darfst du raten, ob wir den Stoß an Unterlagen jemals vorzeigen mussten … anyway!

Wir überlassen nichts dem Zufall – bis auf das Wetter! Auf Sri Lanka herrscht im Oktober und November nämlich der Nordostmonsun, heißt, das Wetter verhält sich überall auf Sri Lanka ganz unvorhersehbar. Man benötigt also etwas Wetterglück, umgeht somit aber die Hauptsaison. Das hat zum Einen den Vorteil, dass die Preise für airbnbs extrem erschwinglich sind, als Folge dessen etwas Reisebudget übrig bleibt für ein besonderes Highlight am Ende: die Malediven! So jedenfalls der ursprüngliche Plan, über den wir uns im Vorfeld lange den Kopf zerbrochen haben. Während der Gabelflug auf der Rückreise über Male kaum einen Kostenunterschied macht(e), ist der Seaplane Transfer mit Resort und Halbpension alles andere als ein Schnäppchen. Es sei denn man stolpert durch Zufall über ein Bombenangebot auf Booking – fast zu schön, um wahr zu sein …

ROUNDTRIP: VON COLOMBO NACH KANDY
Unsere Reise startet zunächst in Colombo, Sri Lankas pulsierender Hauptstadt. Entgegen der Empfehlungen in diversen Blogs stürzen wir uns mit unserem Mietwagen direkt ins Geschehen: Linksverkehr und ein gewaltiger Strom an Bussen, Mopeds und Tuk Tuks, die sich aus allen Richtungen zwischen den Autos hindurch schlängeln. Der Verkehr auf Sri Lanka – und generell in Asien – ist wirklich außergewöhnlich und nichts für schwache Nerven. Aber hey, René “groovt” sich schnell ein und meistert das mit Bravour. Props natürlich auch an seine entspannte Beifahrerin! Gestärkt mit einem unheimlich leckeren Avocado Toast, getoppt mit Cherry Tomaten und Passion Fruit Dressing, im Café Kumbuk, geht es knapp drei Stunden nach Kandy. Die meist in Nebel gehüllte Hügelhauptstadt liegt im bergigen, smaragdgrünen Herzen der Insel und gilt dank ihrer kulturellen und historischen Bedeutung bis heute als “Königsstadt”. Wir sind zwar keine Kulturbanausen, lassen uns statt von alten Tempeln dennoch mehr von Kandys kolonialer Architektur, den belebten Straßen und dem reizvollen Chaos inspirieren. Besonders schön war vor allem unser kleiner Hike durch die Teeplantagen mit anschließendem wolkenbruchartigem Regenschauer, genauso wie man sich das in den Tropen vorstellt. Einen Abstecher, den man sich definitiv hätte sparen können, war der Besuch des Royal Botanic Gardens of Peradeniya. Ein Spaziergang durch die “totally insta-worthy avenue of royal palms” ist ganz nett, aber in unseren Augen echt überbewertet. Allgemein zieht uns die ehemalige Kolonialstadt, anders als erwartet, nicht so recht in ihren Bann, sodass wir spontan einen weiteren Stopp im Norden, genauer gesagt in Sigiriya, einlegen.

SIGIRIYA: LIONS ROCK
Nicht ohne Grund wird der Sigiriya Rock oft als achtes Weltwunder bezeichnet. Der 200 Meter hohe Monolith, der aus einer ansonsten flachen Landschaft der üppigen Dschungeldecke in die Höhe ragt, ist ein geologisches Wunder und allein deshalb eine Planänderung wert. Kleiner Tipp: Den vermutlich besten Blick auf den “Löwenfels” hast du vom benachbarten Pidurangala Rock. Hier sparst du dir pro Person nicht nur ca. 50 € Eintritt, sondern erlebst mit etwas Glück einen gigantischen Sonnenauf- oder -untergang, der die weite Landschaft in goldene Farben taucht. Einziges Manko, das uns als Sportskanonen ehrlicherweise ein kleines bisschen enttäuscht hat: Du bist ganz gemütlich in 14 Minuten auf dem Gipfel. Nein, das ist kein Tippfehler: 14 und nicht 30-40 Minuten, wie die meisten Travelblogger für fitte Menschen vorgeben. Nun gut, wir hatten ja noch eine weitere Wanderung bei Ella in petto. Und Ella ist ein gutes Stichwort, denn hier wartet schon das nächste Abenteuer auf uns.

ELLA: NINE ARCH BRIDGE
Eingebettet in die üppige Hügellandschaft und umgeben von nebelverhangenen Bergpanoramen, ist das kleine Städtchen Ella sicherlich einer der stärksten Touristenmagneten auf ganz Sri Lanka. Abgesehen von der weltberühmten Zugfahrt, die längst zum Pflichtprogramm einer Rundreise gehört, für uns letztendlich zeitlich nicht möglich war, verzaubert Ella insbesondere mit einer vermeintlichen architektonischen Meisterleistung, der Nine Arch Bridge. Die 91 Meter lange und 24 Meter hohe Steinbrücke steht bis heute ganz ohne Stahlträger und gilt daher als eines der besten Beispiele für Bauwerke aus der Kolonialzeit. Good to know: Check im Voraus unbedingt die Zugzeiten, um einen der zehn nostalgischen Züge zu erwischen, die mit knapp 20 km/h täglich die Brücke überqueren. Diese Szenerie bietet an einem nebligen Tag, wenn die Wolken tief im Tal hängen, sicherlich etwas Mystisches. Ähnlich war übrigens auch die Stimmung früh morgens von unserem airbnb aus, einem urigen Tinyhouse, versteckt in einem Meer aus Teeplantagen und by the way auf den letzten 250 Metern nur mit dem Tuk Tuk oder zu Fuß erreichbar. Umso schöner, aufgrund der knapp 300 Höhenmeter aber recht anspruchsvoll, war dafür unsere morgendliche Laufrunde. Man könnte meinen, laufen kann man wirklich überall. Auf Sri Lanka wie gewiss auch in vielen anderen asiatischen Ländern sollte man sowohl den Verkehr als auch die zahlreichen Straßenhunde, die nahezu hinter jeder Ecke lauern, allerdings nicht unterschätzen. Das kostet nicht nur Nerven, sondern, gepaart mit der drückenden Hitze und enormen Luftfeuchtigkeit, zugleich reichlich Energie.

Weniger idyllisch ist leider auch die Wanderung zu Little Adam’s Peak, was wir an dieser Stelle am besten unverblümt so stehen lassen. Der 360°-Panoramablick vom Gipfel ist zweifellos schön, was man jedoch schwer umgehen kann, ist der gewaltige bassumströmte Komplex aus Ravana-Pool-Club, Restaurant und Touri-Store. Für das “perfekte Insta-Pic” kann man sich hier schon mal für 3.000 Rupien auf die legendäre “Ella Swing” mit Floral Headband und Red Dress schwingen – oder eben auch nicht.

DIFFERENT THAN EXPECTED
Aller Ironie zum Trotz sind das natürlich nicht die Orte, die wir auf unseren Reisen suchen. Vielmehr noch: Anstatt in unserer idyllischen Tea Cabin vor lauter Impressionen aus dem Schwärmen gar nicht mehr rauszukommen, geht bei uns beiden plötzlich das Gedankenkarussel los: Soll es das wirklich schon gewesen sein? Wo ist der Zauber, von dem viele sprechen? Wo sind die besonderen Momente, die einem schlichtweg die Sprache verschlagen? Es ist schwierig in Worte zu fassen, aber, wo auch immer wir sind, ist eine gewisse Trostlosigkeit spürbar. Und auf einmal rückt auch der Krisenmodus, der auf Sri Lanka offensichtlich seine Spuren hinterlässt, unterbewusst in unser Blickfeld. Denn nicht nur das Land, sondern vor allem auch die Menschen wirken von den letzten zwei Jahren nach wie vor gebeutelt und das komplett auszublenden und unbeschwert von A nach B zu reisen, fühlt sich für uns nicht richtig an. Vielleicht ist diese innere Leere genau die Antwort darauf, wieso wir uns auch nach sieben Tagen nicht treiben lassen können. Anstatt wie sonst bei jeder Gelegenheit die Kamera oder Drohne – du erinnerst dich noch? – zu zücken sind wir Tag für Tag auf der Suche nach dem Besonderen. Auch an der Südküste zwischen Tangalle und Galle, wo sich tagsüber dutzende Surfer in die Wellen stürzen, mittags in einem der wenigen hippen Cafés eine Smoothie Bowl mit Banana Bread genießen und abends zur Happy Hour mit Gleichgesinnten bei einem kühlen Drink den Abend ausklingen lassen. Der Funke mag einfach nicht überspringen und als wäre das noch nicht genug, scheint es das Pech auch etwas auf uns abgesehen zu haben. Kaum im Süden von Sri Lanka angekommen, erreicht uns aus dem Nichts eine dubiose Nachricht vom Lhaviyani Atoll auf den Malediven: ein angeblich noch attraktiveres Angebot, wenn wir direkt über die Resort-Website buchen und innerhalb von 24 Stunden (kostenlos!) über Booking stornieren. Um das Ganze abzukürzen: Wir sind natürlich nicht ganz blauäugig und wissen, dass Agenturen wie Booking eine nicht unerhebliche und irgendwo auch angemessene Provision ansetzen. Das bringt den Stein aber erst ins Rollen. Wie sich nach ein, zwei weiteren Mails herausstellt, lag bei unserer ursprünglichen Buchung – ganz genau, bei unserem Schnäppchen – nämlich ein Fehler vor, doch weder Booking noch die Unterkunft möchten dafür geradestehen. Wow, das hat uns gerade noch gefehlt!


THERE’S NO PLACE LIKE HOME
Spätestens jetzt fehlt auch uns das letzte Quäntchen Entspanntheit und Kompromissbereitschaft, mit der wir dem Reisen grundsätzlich begegnen. Wenn wir in den letzten Jahren eins gelernt haben: Manchmal muss man auf sein Bauchgefühl hören! Und, obwohl wir beide schon viel in der Welt unterwegs waren, haben wir zum allerersten Mal nur noch den Wunsch, nach Hause zu fliegen. Dass wir für nur 30 € unseren Flug mehr oder weniger mühelos umbuchen konnten – ein Hoch auf Renés unerschöpfliche Geduld gegenüber dem dritten Kundernberater von Qatar Airways – und knapp 12 Stunden später am Flughafen sitzen, überrascht uns noch heute. Positiv! Und genau das möchten wir zum Schluss nochmal loswerden: Wir lieben das Reisen in all seinen Facetten, weil es uns Erfahrungen schenkt. Erfahrungen fürs Leben. Umso positiver blicken wir jetzt auf dieses Abenteuer zurück – voller Vorfreude auf die nächste Reise. Ob wir auch nur einen Zweifel verspüren? Nicht den geringsten!

Kim Erat

Schweiß, lauter Lemon Faces und ein Overload an Endorphinen.

Unter diesem Motto steht unser Herzensprojekt: Fit mit Kim und ’m Haberströhle.

Seit März 2020 bringen wir immer mehr Menschen an ihr persönliches Limit, unterstützen sie bei ihren sportlichen Zielen und supporten sie in Sachen Fitness, Gesundheit und Ernährung. Im Sommer outdoor auf der Wiese, im Winter bzw. Lockdown live via Zoom und Instagram.

Unser Angebot: Live Workouts sowie Trainings on demand aus der Cloud inklusive Live Cooking Sessions und diverser Specials.

See you on the mat!

https://fitmitkim.com
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NEW YORK: CHRISTMAS MAGIC

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HAWAII: STILL IN LOVE WITH THE ALOHA STATE